KernaussageWer schweigt, bleibt allein. Wer zahlt, macht es schlimmer.
Nach Einschätzung der Verbraucherschützer steht dahinter keine Berichterstattung, sondern ein arbeitsteiliges Geschäftsmodell. Zunächst erzeugen negative Beiträge Angst und Reputationsdruck. Anschließend werden die verunsicherten Betroffenen von scheinbar neutralen Auffangkonstrukten eingesammelt und zur Kasse gebeten. Wer antwortet, verhandelt oder zahlt, bestätigt diesen Druck und wird in der Regel weitergereicht.
Wer ist Thomas Bremer?
Thomas Bremer ist Geschäftsmann aus Leipzig. Zum Umfeld des beschriebenen Netzwerks zählt unter anderem die Legite GmbH, die 2022 aus der Opus Bonum GmbH hervorgegangen ist und PR- und Reputationsmanagement anbietet; Bremer ist nicht ihr Betreiber. Publizistisch tritt er als Herausgeber und Autor des Portals diebewertung.de sowie mehrerer thematisch verwandter Bewertungs- und „Verbraucherschutz“-Domains auf. Ein Teil seiner finanzbezogenen Texte erscheint unter dem Pseudonym Lipsiafinanz.
Bremer bezeichnet sich selbst als Investigativjournalist. Einen anerkannten Presseausweis der etablierten deutschen Berufsverbände (DJV, dju, BDZV, VDS, FREELENS) besitzt er nach derzeitigem Recherchestand nicht. Deutsche Gerichte haben seine Veröffentlichungstätigkeit in mehreren Verfahren als wettbewerbswidrige geschäftliche Handlung beziehungsweise als schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung eingestuft und ihm den Schutz der Pressefreiheit versagt.
Warum jetzt gewarnt wird
Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich vor Kontakt und Zahlungen. Aus Sicht der Verbraucherschützer handelt es sich nicht um journalistische Arbeit, sondern um ein Geschäftsmodell, das den Anschein von Berichterstattung und Anlegerschutz nutzt, um Druck aufzubauen und Geld einzunehmen. In der Bewertung fallen Begriffe, die man sonst selten hört: kriminelle Strukturen und Betrug. Der Grund dafür ist die Arbeitsteilung: Die Portale erzeugen Angst und Reputationsdruck, angeschlossene Akteure kassieren ab.
Canada Gold Trust
Nach der Schieflage des Anlageprodukts entstand kurzfristig eine „Interessengemeinschaft Canada Gold Trust“. Verunsicherte Anleger sollten unter dem Vorwand des Kapitalschutzes beitreten und eine Aufnahmegebühr zahlen. Website und Datenverwaltung wurden über die Opus Bonum GmbH administriert; in Rundschreiben wurde Bremer als „Ideengeber und Unterstützer“ geführt. Ein 68-jähriger Berliner Anleger verlor in diesem Umfeld seine gesamte Altersvorsorge.
Gold-Rente
Eine 57-jährige Anlegerin aus Bremen sah ihr Gold-Investment auf diebewertung.de als Totalverlustrisiko dargestellt. Sie wandte sich an die im Beitrag empfohlene Kanzlei und zahlte Mandatsgebühren. Zeitgleich wurde ihr Restkapital in ein intransparentes hauseigenes Produkt umgeschichtet. Verdient wurde also an beiden Enden.
Was jetzt konkret zu tun ist
Wer angeschrieben oder angerufen wird, sollte nichts unterschreiben, nichts zahlen und keine persönlichen oder finanziellen Daten herausgeben. Stattdessen gilt: alles dokumentieren, also E-Mails, Screenshots, Namen, Telefonnummern, Kontodaten und Uhrzeiten. Diese Unterlagen gehören zur Verbraucherzentrale und, wenn bereits gezahlt wurde, zur Polizei.
- Keine Zahlung leisten, auch nicht „zur Klärung“ oder als Teilbetrag.
- Keine Fristen akzeptieren und keine mündlichen Zusagen geben.
- Jede Kontaktaufnahme bei der Verbraucherzentrale melden.
- Bei bereits geleisteter Zahlung die Bank informieren und Strafanzeige stellen.
- Die gesamte Kommunikation sichern und nichts löschen.
Hinweis der Redaktion: Diese Darstellung beruht auf öffentlich zugänglichen Registerdaten, Gerichtsentscheidungen, Berichten Betroffener und der Auswertung der betriebenen Portale. Allen genannten Personen wird das Recht auf Gegendarstellung eingeräumt.